Donnerstag, 10. Juni 2010

Mitten Drin

Mir ist bewusst und es tut mir leid das ich dieses mal nicht so viel von meinem Einsatz schreibe. Ich weiß das ich es gerade den Leuten, die mich unterstützen, ein wenig schuldig bin. Gott ist hier und in mir am Werke und es scheint als ob er mich immer mehr in neue Dinge hinein führt und die Zeit rennt wie verrückt. Das letzte mal habe ich berichtet das ich gezielt in leitende Positionen geführt werde, was hier im OP meine Kollegen in gewisser Weise entlastet aber mich vor ganz neue Herausforderungen stellt. So Koordiniere ich einmal in der Woche den ganzen OP Flur, das heißt ich manage das Personal an dem Tag, auch Änderungen von Patienten und so weiter. Weiterhin setzt mich meine Supervisorin auch im Büro ein und wenn ich im Augen OP arbeite habe ich die Leitung eines Raums mit Sicherheit. Diese Woche wurde ich angelernt lokale Anästhesie den Augen Patienten zu geben, das heißt ein Medikation hinter das Auge zu spritzen, und auch mit den modernen Geräten um zu gehen mit denen wir Kleinkinder, manchmal unter ein Jahr alt, Operieren. Dadurch das ich mich im Ablauf des Krankenhauses mehr auskenne jetzt und mich in meinem Job viel besser zurecht finde als letztes Jahr, weiß ich nun genau wie ich an bestimmte Dinge dran komme, wie ich z.B. mit Patienten und lokalen Mitarbeiter in einen Kontakt komme. Und so ist es ein wahrer Segen die Patienten in ihrem vollem Prozess durch das Schiff und wieder heraus zu sehen und zu begleiten ich habe z.B. eine Frau an einer Kopfverbrennung 2 mal mit Dr. Tertius operiert, sie auf der Krankenstation besucht und spiele jetzt einmal in der Woche Volleyball mit ihr. Hier ein anders Gesicht die mir wirklich ans Herz gewachsen ist.

Kleines Mädchen mit Verbrennungen im Gesicht und der Hand.

An Pfingsten hat mich die Leitung des Seemannsheims zu einem Deutschsprachigen Gottesdienst eingeladen und so bin ich mit weiteren deutschen Missionaren in Kontakt gekommen und habe gleich an dem Tag Roger, ein Missionar der eine Christliche Medienschule betreibt, zum Schiff mit genommen um ihm mein zu Hause zu zeigen und so blieben wir in Kontakt und wir haben ein Wochenende geplant an dem wir was unternehmen wollten. So bin ich letztes Wochenende das erste mal seit dem ich hier bin aus Lome raus gekommen und wir haben ein Wochenende in einem Chirstlichen Krankenhaus etwas mehr im Norden Verbracht und sind von dort über die Grenze von Ghana zu einem Wasserfall gelaufen.

Die Wli Wasserfälle in Ghana mit Roger dem Deutschem Missionar.

Wir wurden von einem Arzt im Krankenhaus herum geführt und es war erstaunlich an zu sehen welche Not da ist, besonders im Bereich der Kindermedizin. Die Ärzte nahmen die Gelegenheit war meine Freundin und mich um einen Gefallen zu bitten, ein 2 Tage altes Kind mit Bauchdefekt versuchen auf dem Schiff zu operieren, da sie in der Vergangenheit zu viele Misserfolge mit solchen Kindern hatten. Ich ruf also mit meinem Handy das Schiff an und ließ mich mit unserem Chefarzt verbinden der leider nicht da war und so ließen wir eine Nachricht zurück. 23 Uhr rief er mich dann zurück und wir erklärten ihm die Situation und er sagte er bespricht es mit unserem leitenden Anästhesisten und ruft mich am Morgen zurück. Es war der Tag der geplanten OP für das neugeborene Kind das an diesem Krankenhaus mit ihren Mitteln nur eine geringe Überlebenschance hätte und als Dr. Gary mich anrief und wir die Situation und Probleme diskutierten kamen wir zu verschiedenen Möglichkeiten und so ging ich zu dem Arzt des Missions- Krankenhauses und schlug ihm die Möglichkeiten vor. Es war Erschütternd das wir zu dem Schluss kamen das wir nichts machen können und das Kind zurück lassen, nicht mit nach Lome zum Schiff nehmen. Und so ruf ich unseren lieben Doktor wieder an und gab ihm die entscheidenden Informationen und er bedauerte es auch und beendete unser Gespräch in dem er mir versicherte jetzt für das Baby und die OP zu beten. Noch bevor das Kind in den OP gebracht wurde verließen wir das Krankenhaus wieder und machten uns auf den Heimweg, im Vertrauen das Gebete Wirkung zeigen und der Gewissheit das wir alles taten was in unserer Kraft stand.

Es Geht immer weiter, es ist erstaunlich wie und mit welchen mitteln, doch es geht und ich bin gespannt was die Zukunft bringt. Vielen Dank an meine lieben, treuen Unterstützer. Liebe Grüße und Segenswünsche aus Lome

Michel

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