Samstag, 26. März 2011

Der zweite Versuch

Hallo liebe Leser,
am Samstag hatten wir nach viel Planung nun endlich unseren zweiten Anlauf um einen erfolgreichen screening Tag zu haben. Dieses mal hat es gut geklappt und all das wofür wir gehofft und gebetet haben hat sich erfüllt. Wir haben es an einem anderem Ort stattfinden lassen und mussten alle unter großen Zelten unterkommen, so hofften wir alle das es bewölkt sein wird und so war es auch bis zum Schluss, als wir zusammen packten kam dann die Sonne heraus und hat die Heimfahrt zu einem sonnigem Erlebnis gemacht. Ich habe dieses mal mit dem Plastischem und Allgemeinchirurgischen Team gearbeitet und wir haben Patienten untersucht und Formulare ausgefüllt um sie zu den nächsten Stationen zu führen. Es war wieder einmal ein Herzbewegendes und herzzerreißendes Erlebnis. Der Screening Tag ist immer wieder ein Teil vom Herzen dieser Organisation und es ist erstaunlich zu sehen wie alles zusammenläuft, alle helfen, alle dienen einem Zweck. Es schien als ob Menschen aus allen Löchern zu uns kamen, die schlimmsten Tumore, Verbrennungen und so weiter, die auch hier sonst keiner sieht, kommen dann zum Vorschein, aus ihren Verstecken und Orten zu denen die Menschen abgestoßen wurden, kommen sie dann zu uns. Wenn ihr euch vorstellt wie sich eine Frau fühlt die Jahrelang alleine gelebt hat und wenn sie dann mal raus geht spricht niemand mit ihr und sie verdeckt ihre Missbildung an ihrem Kopf mit einem Schleier. Diese Frau wird von einer unserer Mitarbeiter plötzlich an der Hand ergriffen und mit einem liebvollem Lächeln über den Platz geführt um zur nächsten Station zu kommen, wo wieder Mitarbeiter sich zu ihr nieder beugen, ihr in die Augen und viel tiefer schauen und ihr nur mit einem Blick klar machen das es hier nicht nur, wie all die Jahre davor, um ihre Verformungen geht.




Es besteht solch eine große Not in diesem Land und diesem Kontinent das man leicht überwältigt werden kann, sich ohnmächtig fühlt bei all dem Leid und Schmerz, all den Krankheiten die wir heute gesehen haben. Doch als ich am Samstag dort In Freetown stand um mich um zu sehen, ob ich aus den Reihen einen Patienten für meine Station finden kann, sah ich Liebe in lebendiger Form, als Menschen aus 40 verschieden Nationen sich ausstrecken um die Leute von Sierra Leone zu berühren, sich nicht so sehr auf das zu konzentrieren was falsch ist, sondern darauf wie wir am besten das Licht der Liebe Gottes scheinen lassen. Es geht nicht so sehr darum was alles falsch läuft in der Welt, wie viele Erdbeben die Erde erschüttern, wie viel Ungerechtigkeit um uns geschieht oder wie krank und gebrochen diese Person ist die dort vor mir steht, sondern worauf ich mich konzentriere, was ich aus dem mache was mir anvertraut wurde. So wie auch das Gebet es beschreibt das mich schon vor im Jahr 2009 begleitet hat und womit ich diesen Eintrag beenden will. Ich werde bald nich mehr bilder hochladen:

Hilf mir, deinen Duft zu verbreiten, wo auch immer ich hingehe. Durchflute meine Seele mit deinem Geist und Leben.
Bearbeite mein ganzes Sein so sehr, dass mein Leben ein Glanz von deiner Herrlichkeit ist.
Scheine durch mich, und sei so in mir dass jede Seele mit der ich in Berührung komme deine Gegenwart in mir spürt.
Lass sie nach oben blicken und nicht mehr mich, sondern nur noch dich sehen, oh Herr!
Bleibe bei mir, dann werde ich anfangen zu leuchten wie du, so zu leuchten wie ein Licht für andere.
Dieses Licht wird nur von dir sein, oh Herr. Nichts davon wird von mir sein, du wirst auf andere, durch mich scheinen.
Lass mich dich preisen wie es dir am liebsten ist, indem ich auf andere, um mich herrum, dein Licht scheinen lasse.
Lass mich ihnen dich predigen ohne zu predigen, nicht durch Worte sondern durch mein Beispiel, durch die erfassende Kraft, den mitfühlenden Einfluss durch das, was ich tue, die offensichtliche Fülle meiner Liebe zu dir, die mein Herz in sich trägt. Amen

Montag, 7. März 2011

Screening - Day Update

The following is the statement being released regarding the event:

Mercy Ships is deeply saddened by the tragic events that occurred today during medical screening at the Freetown National Stadium when a crowd stormed the gate resulting in several injuries and one life lost.

Mercy Ships personnel working at the site attended the injured and accompanied them to local hospitals.

"Our hearts and prayers are with the individuals and families of those affected by today's events. The occurrence of this incident in the course of activities intended to restore lives is tragic. We move forward with tremendous sadness, but great determination, to assist as many people as possible in the next ten months," stated Mercy Ships Founder, Don Stephens.

Mercy Ships exists to serve the forgotten poor and has served Sierra Leone five times over the past two decades, also helping establish two land based health care facilities. For the next ten months, Mercy Ships will be providing surgeries for qualified patients while working alongside the Sierra Leonean Government to support its five-year healthcare plan and strengthen the functions of the national health system.


http://www.mercyships.org/blog/entry/screening-day-update

Freitag, 4. März 2011

Ankunft der AFM

In diesem Blogeintrag möchte ich von dem Erlebnis der Ankunft der Africa Mercy berichten. Nach abgeschlossener Arbeit am 25. Februar nutzten wir den darauf folgenden Samstag um zu entspannen und mit unseren Gateway Leitern ein individuelles Abschlussgespräch zu führen. Am Sonntag dann, der Tag der geplanten Ankunft, Fuhren wir alle zum Hafen von Freetown um das die Africa Mercy bei der „Einfahrt“ zu begrüßen. Doch bevor wir dies tun konnten musste noch ein kleines Problem beiseite geschafft werden. Der Dockplatz der uns vom Hafen für die Africa Mercy versprochen wurde, mit guter Sicherheit und auch der einzige mit Wasseranschluss, wurde von einem anderem Schiff blockiert und die Hafenarbeiter streikten genau an diesem Tag. Also wurden ich und andere Männer aus unserer Gruppe ausgesucht um die Arbeit der Dock Leute zu tun. Nach kurzer Einführung von freiwilligen Hafenarbeitern wie das geht, haben wir dann das Schiff los gemacht und weiter unten im Hafen wieder fest gebunden. Die Zeit zum zurück laufen war genau richtig so das wir unser Heim in den Hafen einlaufen sahen und dann die Seile von den Deckarbeitern entgegen nehmen konnten. Es war eine tolle Erfahrung das Schiff näher kommen zu sehen und ich denke nicht viele haben dabei geholfen die Africa Mercy an ihrem neuem Standort fest zu ziehen. Das Schiff dann zu betreten war als wenn ich wieder nach Hause komme, nicht nur die bekannten Gesichter sondern das allgemein Gefühl und auch die Ansprache unseres Direktors und der Gesundheitsministerin von Sierra Leone, brachten in mir viele Emotionen hervor. Gleich am nächsten Tag, am Montag, haben wir alle unsere Abreit begonnen um das Schiff wieder in ein Krankenhaus zu verwandeln und uns auf den 7. März vor zu bereiten, Screening-Day im National Stadium. Dieser Tag wird lang, Heiß, voller Hoffnung und auch Enttäuschung sein. Tausende werden anreisen um einen der freien OP Termine zu bekommen. Melanie und ich werden im Team für Plastische Chirurgie arbeiten und 300 Plätze für weitere Untersuchungen an die Leute vergeben.

Ich Zeige nun einige Bilder die viel mehr Beschreiben als meine Worte, ich werde ein paar Zeilen darunter schreiben um ein wenig zu erklären.

Gott segne euch,

Michel



Sonnenaufgang an der Küste von Freetown, die Africa Mercy auf ihrem Weg in den Hafen.


Der Bug der Africa Mercy und die Sicht auf den Hafen.


Melanie und ich wartend im Hafen, während sich die AFM nähert.


Blick auf uns, aus der Sicht des Schiffes.


Jeff und ich machen uns bereit.


Begrüßung und Absprache über das Anlegen des Schiffs.


...


Dieser Junge hatte in der Vergangenheit eine Lippenspalte, wurde von Dr. Parker mit Mercy Ships Operiert als er 4 Monate alt war und darf nun bei der Ankunft der Africa Mercy, die Sierra Leone Flagge übergeben.