Ich bin nun schon seit einem Monat wieder auf der Africa Mercy und arbeite im OP als Pfleger. Es ist erstaunlich wie viel in so kurzer Zeit passieren kann, was ich alles erlebe und sehe. Mein Job spannt mich sehr ein und ich übernehme immer mehr Verantwortung im OP da ich ein ''Wiederkehrer'' bin und mich mehr auskenne als andere. Wie schon letztes Jahr wünsche ich mir oft das meine Augen Kameras wären damit ich euch alles zeigen kann und ihr versteht wo von ich rede, damit ihr in die Gesichter der Patienten gucken könnt, über ihre verbrannten und entstellten Körper hinweg in ihr kindliches Herz.

Ich arbeite viel, so wie vorher im Augen OP aber auch mit Dr. Tertius dem Plastischen Chirurg und gutem Freund. Wir unternehmen auch viel in unserer Freizeit gemeinsam und ich gehe mit ihm ueber die Krankenstationen um die Patienten zu sehen, die am nächsten Tag auf der OP Liste stehen. Einige Male habe ich Gesichter wieder erkannt da ich im Hospitallity Center, dem post und pre OP Haus von Mercy Ships in der Stadt, Volleyball spiele und dort die Patienten mich beobachten und dann hier auf dem Schiff wieder erkennen wenn sie in den OP kommen und mich kurz bevor sie in die Narkose fallen anlächeln und meine Hand halten.
Ich realisiere an bestimmten Tagen immer wieder neu wie besonders und gesegnet diese Arbeit hier ist. Diese Woche hatten wir eine Patientin die an einem riesigen Gesichtstumor operiert wurde, von 2 Ärzte Teams, die bis 2 Uhr morgens an ihr arbeiteten. Mehrmals an diesem Tag wurde die Crew über Lautsprecher aufgerufen für die laufende OP zu Blut zu spenden da sonst abgebrochen werden muss und so verließ sogar die an reichende Pflegekraft ihren Platz im OP Saal und kam nach dem Blutspenden und einem Erfrischungsgetränk wieder um an der Patienten weiter zu arbeiten während ihr eigenes Blut an gehangen wird und langsam der jungen, schwangen Frau auf dem OP Tisch zugeführt wird. Hat man so etwas schon mal in einem Krankenhaus erlebt? Die Athmosphärte ist unglaublich, alle arbeiten so hart daran so vielen Menschen wie möglich, so gut wie möglich zu helfen, sie zu lieben und für sie da zu sein und dabei haben wir so viel Freude. ich kann leider keine Detail Fotos senden, jedoch kann ich versuchen euch klar zu machen das es Lebensverändernt ist wenn eine Person einen Tumor hier entfernt bekommt der eine Masse von etwa 7 Kilo hatte und den er für Jahre herum getragen hat, im Gesicht oder im Nacken.

Sonntag Morgen Gottesdienst auf einer der Schiffskrankenstationen.
Meine Tage sind auch mehr und mehr mit Freude und guten Dingen gefüllt da ich nun in einer wunderbaren Beziehung bin und das Single- Leben das erste mal hinter mir gelassen habe. Es ist herausfordernd und eine neue und schöne Erfahrung.
Ich komme mir so vor als ob ich erst angekommen bin, was ja auch stimmt, doch es ist komisch das das Schiff sich schon jetzt auf den nächsten Schritt vorbereitet. Ich möchte die Zeit hier und jetzt nutzen und genießen, weiß aber auch das ich schon jetzt wieder überlegen muss wie es weiter geht. Es sind Gedanken und Pläne in meinem Herzen die noch nicht völlig entwickelt sind und noch viel Gebet brauchen. Deshalb danke ich allen die etwas Zeit finden mich im Gebet zu unterstützen und natürlich auch denen die es finanziell ermöglichen das ich diese Art von Arbeit immer noch tue und es so scheint das es noch weiter gehen wird. Wo und wie? Lasst euch überraschen, doch irgendwann im August werde ich in Deutschland aufschlagen.
Es ist eine große Ehre zu wissen das wir Mithelfer eines Werkes sind das unsere Vorstellungskraft übersteigt. Gott ist so gut und seine Liebe unermesslich für jedermann auf dieser Erde, für dich, für mich und für die Patienten der Africa Mercy.
Michel
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