Freitag, 8. April 2011

April

Hallo liebe Blog Leser,
Es ist so weit, dieses mal muss ich wirklich Übersetzungprogramme im Internet benutzen um von meinem Englisch wieder ins Deutsche zu kommen. Die letzten Wochen habe ich für das erste mal im Orthopädie OP gearbeitet mit Verschiedenen Teams aus unterschiedlichen Ländern. Ich habe in dieser, mir neuen Art der Chirurgie wieder viel dazu gelernt und wahnsinnige Veränderungen live, vor meinen Augen statt finden sehen. Innerhalb wenigen Stunden wird aus einem krummen Bein ein gerades, aus einem seit 18 Monaten gebrochenem Arm, ein stabiler. Es wahr sehr interessant und sehr speziell, da man in "westlichen" Krankenhäusern Fälle wie diese am selben Tag des Unfalls, oder am Tag danach Opariert und nicht nach 2 Jahren erst. Es wahren lange Tage mit viel stehen und angestrengtem arbeiten unter der Metallschürze und dem Op Kittel in Afrika!! Danke Gott für die Klimaanlage :)

Ich möchte Heute auch ein wenig über eine Angelegenheit die mir schon Lange auf dem Herzen liegt.
Immer wieder muss ich den Kollegen die hier auf dem Schiff mit uns arbeiten, die aber aus Afrika kommen und auch vielen jungen Leuten auf der Strasse die mich aus verschiedenen Gründen ansprechen, erklären das das was sie im TV sehen und in Musikvideos vorgetanzt bekommen, nicht die Realität ist. Es besteht hier und auch in anderen Ländern eine Hip Hop / Gangster Mentalität, besonders unter den Jungen Männern in ihren Zwanzigern. Im Grunde genommen ist alles was sie von "uns" sehen MTV, furchtbare Filme, smuddel Zeitschriften und dass alles im Großformat, heller, größer, schneller und lauter als ihre eigene Kultur. So denken viele das das die Realität ist und das sie das bestreben müssen und sie imitieren dieses Verhalten dann. Viele junge Männer versuchen sich so zu kleiden, versuchen ihre eigene Gangster Hip Hop CD auf zu nehmen, behandeln andere Menschen und ganz besonders Frauen ohne Respekt und es ist eben die Generation die vor ein paar Jahren noch als Kindersoldaten galten.

Dieses Wochenende feiert Sierra Leone seine 50 Jahre Unabhängigkeit doch es scheint so das der Schaden in den Herzen der Menschen, der vom Bürgerkrieg her stammt, noch so aktuell ist und oft nicht bedacht wird, selbst bei den vielen Problemen die dieses Land noch hat. Auch unsere Kollegen, die mit uns hier auf dem Schiff arbeiten jedoch aus Freetown sind, begegnen uns zum Teil mit sehr negativer Einstellung.
Ich bin Gott sehr dankbar das ich dieses Jahr eine Gruppe Freunde habe mit denen ich viel unternehme, denn ich fühle mich nicht sehr wohl einfach mal eben in die Stadt zu gehen. Die Straße gleich außerhalb des Hafens wird die "Bad Boy Lane" genannt und das nicht ohne Grund denn sogar manch Einheimischer traut sich dort nicht im Dunklem hin.
An der Verkehrssituation hat sich auch nach ein paar Monaten nichts geändert, für 5 Kilometer brauchen wir immer noch über eine Stunde und so ist man zu Fuß schneller am Ziel, was jedoch noch stressiger ist da die Straßen so sehr gefüllt sind mit Massen von Menschen und Autos.
Trotz alle dem ist es schön dann Momente der Erkenntnis zu haben, Bilder und Gesichter zu sehen, nach der Arbeit die wir im OP machen, und mich wieder daran zu erinnern warum ich hier bin. Die Resultate, seien sie sichtbar oder nicht, sind all die Umstände und die Kosten wert hier zu sein und an dieser Großartigen und Wunderbaren Arbeit teil zu haben. Ich Bin Gott auch so dankbar für seine Versorgung, für all die Unterstützung die ich bekomme und das es immer genug ist und es mir gut geht. Danke auch an euch!
Michel
Hier zum Abschluss noch ein paar Bilder von Patienten:





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