Seit dem ich hier etwas veröffentlicht habe ist ja etwas Zeit vergangen und auch so einiges passiert, von dem einige vielleicht über E-Mail etwas mitbekommen haben. Aber hier jetzt noch mal offiziell und öffentlich :)
Wenn ich darüber nachdenke das wir immer noch im Jahr 2010 sind kann ich es kaum fassen wie viel dieses Jahr in meinem Leben schon passiert ist und wo ich überall war. Ich möchte hierbei klarstellen das ich nie vorhatte so viel zu reisen, sondern es sich alles so auf meinem Weg ergeben hat und ich jetzt im Nachhinein echt erstaunt bin und Gott sehr dankbar, für seinen Schutz und seine Versorgung.
Ich vergesse manchmal das ich am Anfang dieses Jahres in Indien gearbeitet habe. Für drei Monate habe ich dort in Bidar im Velemegna Hospital als Ehrenamtlicher Dr. Sybil bei ihrer Mission geholfen und dort mit ihr im Krankenhaus gelebt.
Nach Indien und einem kurzen Zwischenstopp in Deutschland bin ich wieder nach West Afrika geflogen um in Togo auf der Africa Mercy im OP für einige Monate zu arbeiten. Diese Monate waren voll mit Erlebnissen und Geschehnissen und deshalb hat meine Berichterstattung sehr daran gelitten was mir wirklich leid tut.
Es war so gut in diesem fantastischem Team im OP des Schiffes zu arbeiten, Freunde wieder zu treffen und an Beziehungen wieder an zu knüpfen. Als wieder kehrender hatte ich mehr Verantwortung und als schon Eingesessener in der Organisation konnte ich mich mehr auf andere Dinge als letztes Jahr in Benin konzentrieren. Ich hatte nicht mehr so viel damit zu tun mich auf dem Schiff und in meinem Job zurecht zu finden. Ich stand vor neuen Herausforderungen und Anfechtungen durch die mich der Herr treu an seiner Hand geführt hat. Es ist so wunderbar das es wieder einmal mit der finanziellen Situation geklappt hat und ich durch die Gemeinschaft auf dem Schiff kaum nach zu Hause gesehnt habe. Durch mein Reisen habe ich mich immer wieder an einem Ort gefunden an dem ich mich wie zu Hause fühlte, dieser Ort ist immer da wo Menschen sich ausstrecken um Gott zu begegnen und Jesus zu loben und ihn lieben. Selbst in der Woche im Pariser Krankenhaus, indem ich an meinem Knie operiert werden musste, habe ich mich getragen gefühlt.
Es gibt ja verschiedene Ansichten und Erfahrungen von Leuten die sagen wie sie merken das sie auf dem richtigem Weg sind und ich bin natürlich auch immer daran interessiert an dem richtigem Ort zur richtigen Zeit zu sein. Einerseits merke ich wie ein Frieden mich umgibt und wie Türen zu neuen Wegen leicht aufgehen. Wenn dann der Weg jedoch andererseits mit Hindernissen und Schwierigkeiten blockiert ist kommt man ja gerne mal ins zweifeln ob das alles so seine Richtigkeit hat. Nach so einer Zeit wie dieses Jahr weiß ich das es sich lohnt durch die Dürre zu gehen und sich weiterhin an seinem Ziel fest zu halten und so habe ich mich nun auch entschieden wieder, nächstes Jahr nach Sierra Leone zu gehen und den Menschen dort zu dienen. Vorher werde ich die Gateway-Schulung von Mercy Ships besuchen und dafür nach Texas fliegen. Es ist wunderbar zu sehen das meine finanzielle Situation so gut ist das es auch ohne für Geld zu arbeiten funktionieren würde, doch da ich auch private Ziele habe, abgesehen von Afrika, Arbeite ich von Ende August bis Ende November in Hamburg im Herz OP um mir etwas Geld privat zu verdienen. Auch dieser Job ist ein Geschenk, schnell gefunden, ein tolles Team und interessante Arbeit. Auch merke ich dadurch wie sehr ich die Arbeit in einem Christlichen Umfeld vermisse und wie, jedes mal wenn ich von dem Schiff spreche eine Flamme in mir größer wird und mich das Fernweh packt.
Bitte betet weiterhin für mich und überlegt euch auch ob ihr mich weiterhin nächstes Jahr bei meinen Monatlichen Kosten in West Afrika unterstützen wollt.
Mit freundlichen Grüßen und Segenswünschen
Michel
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